Blogbeiträge
Zwischen den Jahren: Von Updates und Neuanfängen.
Ein Gedanke zum Jahreswechsel 2025/2026
Veröffentlicht am: 23.12.2025
Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr hat etwas Besonderes.
Sie liegt außerhalb der gewohnten Rhythmen – die Büros sind ruhig, die To-Do-Listen verlieren ihre Dringlichkeit, und wir befinden uns in einer Art Zwischenraum.
Im Englischen gibt es dafür einen treffenden Begriff: “Between the years” – zwischen den Jahren.
Das Wartungsintervall des Lebens
Als jemand, der beruflich mit Systemen, Automatisierungen und Optimierungen arbeitet, erkenne ich in dieser Zeit eine Parallele: Es ist unser natürliches Wartungsintervall. Systeme brauchen regelmäßige Updates, nicht nur um Fehler zu beheben, sondern auch um zu evaluieren, welche Prozesse noch dienen und welche längst überholt sind.
Wir Menschen sind da nicht anders. Nur vergessen wir oft, dass auch wir manchmal herunterfahren müssen, bevor wir neu starten können.
Die drei Fragen für den Jahreswechsel
In meiner Arbeit mit Technologie habe ich gelernt, dass die besten Verbesserungen aus drei einfachen Fragen entstehen:
- Was funktioniert?
Nicht alles muss überarbeitet werden.
Manche Routinen, Gewohnheiten oder Herangehensweisen haben sich bewährt. Sie sind unsere stabilen Grundfunktionen – die Basis, auf der wir aufbauen können. Gerade im Eifer des “neuen Jahres, neues Ich” vergessen wir oft, das Funktionierende wertzuschätzen.
- Was läuft ineffizient?
Hier lohnt sich der ehrliche Blick.
Nicht jeder Prozess, den wir beibehalten haben, ist heute noch sinnvoll. Manche Verpflichtungen kosten mehr Energie, als sie zurückgeben. Manche Sorgen sind längst nicht mehr relevant. Manchmal sind es auch nur kleine Anpassungen, die großen Unterschied machen – wie ein optimierter Algorithmus, der dieselbe Aufgabe mit weniger Ressourcen löst.
- Was fehlt?
Das ist vielleicht die wichtigste Frage.
Nicht als Liste neuer Vorsätze missverstanden, sondern als Einladung zur Reflexion:
Welche Werte, welche Menschen, welche Erfahrungen haben in diesem Jahr zu kurz gekommen?
Was braucht mehr Raum im neuen Jahr?
Die Weisheit des kontrollierten Neustarts - In der IT gibt es einen wichtigen Grundsatz:
Nie alle Systeme gleichzeitig updaten. Schrittweise Veränderungen sind nachhaltiger als der komplette Neuanfang.
Das gilt auch für unsere Vorsätze. Die Magie liegt nicht darin, am 1. Januar ein völlig neuer Mensch zu sein!
Sie liegt darin, die eine oder zwei Stellschrauben zu finden, die wirklich einen Unterschied machen – und diese dann konsequent umzusetzen. Zwischen Technik und Menschlichkeit Mein Leitsatz “Technik verstehen. Menschen begleiten” hat mir in diesem Jahr etwas Wichtiges gezeigt: Die beste Technologie nützt nichts, wenn sie die menschliche Dimension vergisst. Und die tiefste Menschlichkeit braucht manchmal die richtigen Werkzeuge, um sich entfalten zu können. Das gilt auch für den Jahreswechsel. Wir brauchen beides – die analytische Klarheit, um zu erkennen, was nicht mehr dient, und die menschliche Weisheit, um uns selbst und anderen mit Geduld zu begegnen. Ein Wunsch für 2025 Mein Wunsch für das neue Jahr ist einfach: Dass wir uns erlauben, in unserem eigenen Tempo zu updaten. Dass wir die Fehler als Debugging-Prozess verstehen und nicht als Versagen. Dass wir uns selbst gegenüber so nachsichtig sind wie einem System, das noch in der Entwicklung ist – denn sind wir das nicht alle? Und vor allem: Dass wir neben aller Optimierung nicht vergessen, manchmal einfach im Moment zu sein. Nicht jeder Prozess muss effizienter werden. Manche Dinge – ein Gespräch, ein Spaziergang, ein stiller Moment – sind gerade deshalb wertvoll, weil sie nicht messbar sind.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erholsame Zeit zwischen den Jahren, einen bewussten Übergang ins neue Jahr und die Gelassenheit, sowohl Ihre Systeme als auch sich selbst mit Wohlwollen zu betrachten.
Stefan Wolff
- Digitale Lösungen & Persönliches Coaching: www.wolff-stefan.de
Ausbruch aus dem Kerker des Selbstverständlichen
Eine Philosophie der Befreiung
[Quelle: Manuskript, vom Autor datiert auf 2017, herausgegeben 2023 von Wolfgang Baldes 1. Auflage September 2023 2.,
verbesserte Auflage Oktober 2023 3. Auflage Februar 2024 4., verbesserte Auflage November 2024 5., erweiterte Auflage Februar 2025 © Rupert Diedrich, 2023]
Veröffentlicht am: 30.11.2025, Stefan Wolff
Die unsichtbaren Mauern der Gewissheit
Haben Sie sich jemals gefragt, was Sie wirklich zu 100% wissen?
Oder glauben Sie an Dinge, die Sie nicht mehr infrage stellen, einfach weil sie Ihnen völlig selbstverständlich erscheinen?
Rupert Lay, dessen Philosophie hier beleuchtet wird, argumentiert, dass diese Selbstverständlichkeiten – alles, was ein Mensch nicht mehr sinnvoll bezweifeln kann – uns wie ein Kerker gefangen halten.
Nichts versklavt uns mehr als diese unhinterfragten Annahmen.
Selbstverständlichkeiten sind psychische Sachverhalte, die primär den Zweck haben, Ordnung in die Informationsflut zu bringen und uns so psychische und soziale Entlastung zu verschaffen.
Sie werden jedoch oft gegen neue Erfahrungen immunisiert und bilden den Kern dessen, was wir unseren Charakter oder, im kollektiven Sinne, unsere Ideologie nennen.
Wenn das einst Bewährte zum Selbstverständlichen wird, verharren wir im „Kerker der bewährten Vergangenheit“.
Der Konstruktivismus als Weg zur Freiheit.
Um aus diesem Kerker auszubrechen, bietet sich der philosophische Konstruktivismus an, der als Philosophie der Befreiung und der Freiheit verstanden wird.
Konstruktivismus stellt die Gewissheit des Alltäglichen infrage und lehrt die Unterscheidung zwischen:
-
Realität:
Sachverhalte, die unabhängig von unserem Erkennen bestehen.
-
Wirklichkeit:
Die Menge aller Inhalte unseres Erkennens, die wir konstruieren.
Alle unsere vermeintlichen Selbstverständlichkeiten sind Konstrukte,
die durch unser Erkenntnisvermögen gebildet werden.
Diese Konstrukte können in drei Hauptkategorien fallen:
-
Gattungskonstrukte:
Konstrukte, die allen Menschen gemeinsam sind.
-
Kollektivkonstrukte:
Konstrukte, die von sozialen Systemen (z. B. Staaten, Unternehmen, Kirchen)
ausgebildet werden und die Identität dieser Systeme sichern.
-
Individualkonstrukte:
Konstrukte, die wir im Verlauf unseres Lebens selbst entwickeln.
Entscheidend für die Bildung dieser Konstrukte ist die sogenannte Quaterna:
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Werteinstellungen,
-
Erwartungen,
-
Interessen und
-
Bedürfnisse.
Diese Faktoren leiten unser Erkennen und unser Handeln.
Realitätsdichte und die Ethik der Biophilie
Wenn wir nun wissen, dass unsere Wirklichkeiten, Konstrukte sind, wie können wir dann ihre Gültigkeit prüfen?
Der philosophische Konstruktivismus liefert ein einziges Kriterium für die Realitätsdichte (die Nähe zur Realität) entscheidungsrelevanter Erkenntnisse: den biophilen Ausgang des Handelns.
Die zugrundeliegende Ethik ist die der Biophilie © Rupert Lay (Liebe zum Leben):
„Entscheide dich stets so, dass du durch dein Entscheiden eigenes und fremdes personales Leben eher mehrst denn minderst.“
Sind die Folgen einer Entscheidung vorhersehbar nekrophil (lebensmindernd), so gilt das vorausgegangene Erkennen als realitätsabgelöst.
Insbesondere destruktive Konflikte sind ein deutliches Anzeichen dafür, dass sich unsere Wirklichkeiten von der Realität entfernt haben.
Die Notwendigkeit der Toleranz
Um die Freiheit zu erlangen, zu der wir berufen sind, müssen wir lernen, unsere Selbstverständlichkeiten ins Unselbstverständliche zu setzen und sie kritisch zu prüfen.
Hierbei ist die Toleranz von zentraler Bedeutung, denn sie ist die notwendige Voraussetzung für alles ethisch orientierte Handeln.
Der Konstruktivismus postuliert, dass alle Konstrukte einander gleichberechtigt sind, solange sie nicht zu vorhersehbar nekrophilem Handeln führen.
Die wichtigste Grenze aller Toleranz ist die Intoleranz selbst.
Der größte Feind ist jedoch die Vermutung, dass es absolute Wahrheiten oder Dogmen geben könnte, die zu allen Zeiten von allen Menschen identisch verstanden werden.
Dieser Befreiungsversuch erfordert Mut. Er folgt dem Wahlspruch der Aufklärung: „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“.
Die Philosophie des Konstruktivismus hilft dabei, die Illusion der Entscheidungsfreiheit nicht aufzugeben, sondern sie auf ihren Kern zurückzuführen, nämlich die kritische Überprüfung unbewusst Selbstverständlichen durch ein ethisches Gewissen.
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Fazit und Analogie
Der Weg aus dem Kerker des Selbstverständlichen ist mühsam und erfordert die Bereitschaft, liebgewonnene Gewissheiten loszulassen.
Die philosophische Aufgabe unserer Zeit ist es, das stets nur scheinbar Selbstverständliche kritisch zu befragen.
Stellen Sie sich vor, Ihre Selbstverständlichkeiten sind wie eine alte, bequeme Brille, deren Gläser zwar Schutz bieten, aber die Welt um Sie herum leicht verzerrt darstellen.
Der Konstruktivismus fordert uns auf, diese Brille abzusetzen und zu prüfen, ob die Welt wirklich so aussieht, wie Sie sie seit Jahren wahrnehmen – oder ob Ihre verzerrte Sicht zu Entscheidungen führt, die Ihnen oder anderen schaden.
Nur wenn Sie die Realitätsdichte Ihrer Sichtweise durch den Maßstab des Lebens (Biophilie) überprüfen, können Sie sicherstellen, dass Sie nicht in einem Wahn der Selbstverständlichkeit gefangen bleiben.
Nur eine Philosophie, die das Individuum in den Mittelpunkt stellt, kann dessen Würde sichern .
Wenn Technik zum Stolperstein wird
Veröffentlicht am: 18.10.2025
Kennen Sie das Gefühl? Die To-Do-Liste wird länger, die Tools werden mehr, und irgendwie fühlt sich der Arbeitsalltag trotz aller digitalen Helfer komplizierter an statt einfacher.
Technik sollte entlasten. Doch häufig erlebe ich in Gesprächen das Gegenteil: Menschen fühlen sich überfordert von der Flut an Apps, Systemen und Automatisierungen. Was als Lösung gedacht war, wird selbst zum Problem.
Das eigentliche Problem liegt woanders
Die Frage ist selten: "Welches Tool ist das beste?" Sondern: "Was brauche ich wirklich?"
Bevor wir nach der perfekten Software suchen, lohnt sich der Blick nach innen:
- Welche Aufgaben kosten mich tatsächlich Energie?
- Wo verliere ich mich in Details, die nicht wichtig sind?
- Was würde mir echte Erleichterung bringen?
Technik mit Bewusstsein nutzen
Gute digitale Lösungen entstehen nicht durch das blinde Installieren neuer Programme. Sie entstehen, wenn wir verstehen, was wir wirklich brauchen – und dann gezielt das Richtige einsetzen.
Manchmal ist die Lösung eine clevere Automatisierung. Manchmal ist es ein einfaches System. Und manchmal ist es der Mut, etwas wegzulassen.
Der Blick fürs Wesentliche
Ob in der Technik oder im persönlichen Coaching – es geht immer um dasselbe: Klarheit schaffen. Den Ballast abwerfen, der uns aufhält. Die Strukturen finden, die wirklich tragen.
Wenn Sie spüren, dass etwas nicht rund läuft – sei es in Ihren Arbeitsprozessen oder in Ihrer persönlichen Entwicklung – dann ist das keine Schwäche. Es ist der erste Schritt zur Veränderung.
Haben Sie Fragen oder möchten Sie herausfinden, wo Sie ansetzen können? Sprechen Sie mich gerne an.
⚖️ Fairness und 🕊️ Gelassenheit: Zwei Säulen für ein ausgeglichenes Leben
Veröffentlicht am: 27.06.2025
In einer Welt voller Herausforderungen, Konflikte und Meinungsverschiedenheiten erscheinen Fairness und Gelassenheit wie zwei seltene, aber umso wertvollere Tugenden.
Beide Eigenschaften scheinen auf den ersten Blick unabhängig voneinander zu sein, doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich ihr tiefes Zusammenspiel.
Fairness bedeutet, andere gerecht und unvoreingenommen zu behandeln. Sie erfordert die Bereitschaft, sich in die Perspektiven anderer einzufühlen, Vorurteile zu hinterfragen und auch dann Integrität zu zeigen, wenn es unbequem ist.
Der Philosoph John Rawls schrieb:
„Gerechtigkeit ist die erste Tugend sozialer Institutionen, so wie Wahrheit die erste Tugend von Denksystemen ist.“
(John Rawls, „Eine Theorie der Gerechtigkeit“)
Doch selbst mit den besten Absichten gelingt es nicht immer, fair zu sein oder als fair wahrgenommen zu werden. Hier kommt die Gelassenheit ins Spiel – jene innere Ruhe, die es ermöglicht, auch in schwierigen Situationen besonnen und freundlich zu bleiben. Gelassenheit bedeutet, die Dinge anzunehmen, die wir nicht ändern können, ohne den Sinn für das Wesentliche zu verlieren.
Der antike Philosoph Epiktet brachte dies auf den Punkt:
„Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen und Urteile über die Dinge.“(Epiktet, „Handbüchlein der Moral“)
Wer gelassen ist, kann fair bleiben – auch wenn Emotionen hochkochen oder das Umfeld aus dem Gleichgewicht gerät.
Wer fair ist, wird langfristig mehr Gelassenheit in sein Leben bringen, weil er sich nicht in Ungerechtigkeiten und Groll verstrickt.
Fazit:
Fairness und Gelassenheit sind keine angeborenen Eigenschaften, sondern tägliche Entscheidungen. Sie erfordern Übung, Selbstreflexion und manchmal auch Mut. Doch wer sie kultiviert, bereichert nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der Mitmenschen.
🧠 Warum Fairness mehr bewirkt als Recht haben
Veröffentlicht am: 12. Mai 2025
Fairness bedeutet, mein Gegenüber als Mensch wahrzunehmen – selbst in Konflikten. Recht zu haben, trennt oft. Fair zu bleiben, verbindet. Gerade in beruflichen oder familiären Auseinandersetzungen lohnt sich dieser Perspektivwechsel.
🛠️ Drei Mini-Tools, die deinen Büroalltag entspannen
Veröffentlicht am: 27. April 2025
1. Ein Excel-Makro, das automatisch PDF-Berichte erzeugt.
2. Eine PowerApp zur Urlaubsantragsfreigabe.
3. Ein Python-Skript, das Mails sortiert & Kundenlisten aufbereitet.
Kleine Helfer, große Wirkung – pragmatisch und leicht integrierbar.
🌱 Vom Gedanken zur Veränderung – Coaching kurz erklärt
Veröffentlicht am: 15. März 2025
Ein guter Coach inspiriert zu eigenen Erkenntnissen, indem er einen Raum für Entwicklung und Wachstum schafft.
Coaching eröffnet neue Perspektiven und unterstützt dabei, die nächsten Schritte selbstbewusst zu erkennen und zu gehen.
Maß der Fairness
Im Spiel der Welt, so groß, so weit,
wo jeder seinen Teil begehrt,
verblasst oft, was die Zeit verleiht:
Ein Herz, das gibt, nicht nur verehrt.
Nicht Gleichheit misst, was wirklich zählt,
nicht jedes Maß ist auch gerecht.
Denn was den Einen schwer befällt,
ist für den Andern bloß ein Recht.
Fair ist nicht stets, was alle kriegen,
sondern was trägt – gerecht verteilt.
Ein Wort, das hilft, ein Tun im Siegen,
das schweigt, wenn Macht sich nur verweilt.
Fairness ist kein starres Streben,
kein bloßer Tausch in kühler Pflicht.
Sie ist das Licht in unserm Leben,
das aus dem Andern „Ich“ verspricht.
Sie fragt: Was brauchst du – nicht:
Was steht dir zu?
Sie hört, bevor sie urteilt schnell.
In ihrem Geist, da wächst in Ruh’
die Welt ein wenig mehr zur Stell’.
Stefan Wolff, 26.06.25